Montag, 19. Mai 2008

Wenn Pflanzen ihre Rechte kennen...

Was ich heute wieder aus dem Netz ausgegraben habe, lässt sich mit dem Begriff "niedlich" fast am besten beschreiben.
Web 2.0 kann wohl nicht nur für seriöse Dinge genutzt werden. Jetzt wird es zur Spielwiese!

Vier Studenten aus New York / USA (...woher sonst?...) haben ein System entwickelt, das Pflanzen erlaubt sich zu melden, wenn sie durstig sind. Und mit "melden" meine ich wirklich melden! Sie rufen an, schreiben eine SMS oder kontaktieren ihren Besitzer online.

Wie üblich - von vorne:
Das System nennt sich "Botanicalls" und überwacht Wasser- und Lichtbedarf der Zimmerpflänzchen. Sobald es an irgendetwas mangelt, gibt die Pflanze einen Hilferuf ab. Dabei kann einerseits ausgewählt werden, ob es dringend genug für einen Anruf ist oder nur mittelmäßig dringend, aber durchaus wichtig, dann bietet sich eine SMS an und falls die Pflanzenrettung noch warten kann, gibt es noch die Option darauf das soziale Netzwerk Twitter zu nutzen. Andererseits unterscheidet man aber auch zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen der Pflanzen. Lachen Sie nicht! Das Gießen allein ist es nicht. Falls zu wenig gegossen wurde oder sogar zu viel und die Pflanze wider Willens unter Wasser steht, darf sie sich auch melden. Jede Pflanze hat schließlich andere Bedürfnisse.

Das Ganze fordert jedoch seinen materiellen, geistigen und handwerklichen Preis.
Ich versuche mich an einer für Zivilisten wie mich verständlichen Anleitung:

1. Man bestelle im Internet die einzelnen Bausätze für 160 Dollar pro Einzelkomponente.

2. Auspacken und feststellen: Das Ganze baut auf einer Platine auf, in die das System integriert ist.

3. Zur Konfiguration via USB an den PC oder Laptop anschließen und mittels Ethernet-Anschluss mit dem Web verbinden.

4. Über zwei Sensoren - einer für die Bodenfeuchtigkeit, einer für's Licht - wird die Pflanze mit dem System verbunden.

Wenn dann ein Problem auftritt, verbindet sich das oben beschriebene System mit einer Art Übermittlungsstelle (" Gateway ") und sendet dann an ein Online-Telefonsystem (" Asterisk-Telefonserver "), welche Pflanze in Not ist und was ihr fehlt. Zu viel Wasser, zu wenig Wasser, zu viel Licht, zu wenig Licht - verschiedene Probleme können auftreten und - wie oben geschildert - per SMS, Anruf oder über Twitter kommuniziert werden.
Wenn letztlich alle Parameter stimmen und die Pflanze ihr fröhliches Dasein weiterfristen kann, bedankt sich das Grünzeug liebevoll am Telefon.

Die Idee ist in der Tat originell, doch man möge sich beispielhaft drei Szenarien vorstellen, in denen das System hinterfragenswert ist:

1. Ich sitze im Büro und erhalte eine SMS darüber, dass mein Ficus schwimmt, weil ich ihm gestern auf Ansuchen meines Systems Wasser - und scheinbar zu viel davon - gegeben habe. Was tue ich? Heimsausen und Topf entleeren? Nein. Ich warte bis es abends ist, ich vom Büro heimfahre und dann friedvoll daheim angekommen darauf vergesse.

2. Ich bin im Urlaub - 2 Wochen Toscana - gerade dort angekommen. Die nächsten 14 Tage brüllt stündlich eine andere Pflanze, weil zu viel Wasser, zu wenig Licht oder beides vorhanden ist. Ich habe a) die Option daheim anzurufen und die Nachbarn um Verpflegung zu bitten und überlege mir im gleichen Moment, wieso ich das nicht vor meiner Abreise getan habe, weil ich mit minuziösen Pflanzen-Versorgungs-Instruktionen gerade für eine horrende Telefonrechnung am Ende des Monats sorge. Aber ich will doch auch nur meine Ruhe im Urlaub. Oder die Option b) ich ignoriere jede SMS und jeden Anruf und riskiere wie bei jedem Urlaub, dass mir die eine oder andere Pflanze eingeht.

3. Ich bin Botaniker und sitze gerade in eine weiße Weste eingewickelt vor einem Herren, der mir die Diagnose "verrückt durch Telefonterror" stellt.


Spaß beiseite: Die Idee ist zweifelsohne witzig und zeigt erneut einen Weg das Web 2.0 für etwas Freudiges zu nutzen!

Mehr Details auf betreffender Website!


Quellen:

Pressetext
Botanicalls

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