Donnerstag, 23. August 2007

Nachtrag zu "Ohne Medien? Nein danke!"

Sieh an, sieh an! Der Skype-Ausfall von vor einigen Tagen dürfte ganz schön Bewegung in die Medien- und Kommunikationsbranche, vor allem auf dem technischen Sektor, gebracht haben.
Kaum fällt einmal das System aus, gibt es schon hundertfach neue Möglichkeiten auszuweichen. Allerdings nicht auf die guten alten Medien (wie gestern mit Appellcharakter festgehalten), sondern auf noch neuere, im ersten Moment sicherere Kommunikationswege im Internet.
Die ORF online - Sparte "Futurezone" stellte heute Morgen aus aktuellem, Skype-bedingtem Anlass eine noch modernere Möglichkeit vor über das Internet zu telefonieren / kommunizieren: Das VoIP-Telefon - eine eigentlich nicht mehr ganz so neue, aber unentdeckte weitere Version des Telefons.
In seinem euphorischen Artikel zu dieser Kommunikationsoption wirft der Autor mit Fachausdrücken wie SIP (Session Initiation Protocol - ach, dann ist ja alles klar!), IETF (Internet Engineering Task Force - sowieso, wer weiß das nicht?!) und anderen kryptischen Abkürzungen um sich.

Aber dabei ist es doch so einfach! Sehen Sie, alles, was Sie tun müssen, ist das Folgende:
Zuerst kaufen Sie sich einen dieser schicken VoIP-Telefonapparate. Hey, die gibt's schon für unter 100 Euro! Ein Schnäppchen, sozusagen. Anschließend können Sie das Telefon ganz easy über den Webbrowser konfigurieren. Ganz wichtig ist jedoch, dass Sie auch eine entsprechend schnelle Internetverbindung haben, sonst geht da nicht wirklich was! Und dann kann man zwischen einer unzählbaren Menge an Providern aussuchen. Also, das muss man sich so vorstellen: Man hat eine Unzahl an Providern zur Verfügung und wählt einen, über den man telefonieren will. Wenn der mal einen Systemeinsturz hat (so wie dieses Skype - ein nutzloses ... wie war das? ... proprietäres System - letzte Woche), dann nimmt man eben einfach einen anderen Provider. Und wie schon gesagt: Headset und PC braucht man auch eigentlich nicht, weil man ja so ein VoIP-Telefon als eigenständiges Gerät erstehen kann...

Alles klar soweit?

Und nun eine Frage an die Macher des tollen Hyperfunktions-Neumoden-VoIP-Apparates:
Wo ist denn nun der Unterschied zu dem, was Herr Bell schon 1876 in seiner primitivsten Form verwenden durfte ... dem ganz gewöhnlichen, herkömmlichen Telefon (...außer, dass man nicht über die Telekom, sondern über das Internet, aber ebenfalls kostenpflichtig, telefoniert...)?


Sehen Sie?


Ich persönlich bleibe also bei: Back to the roots... im Falle dessen, dass das neumodische Zeug mal nicht will!

Gefährdung der menschlichen Gesundheit???

Ein Leben ohne Handys ist im heutigen Zeitalter kaum vorstellbar. Mittlerweile fragt man sich, wie es den älteren Generationen gelungen ist ohne dieses schnurlose Gerät auch nur 24 Stunden auszukommen. Mhm...keine Ahnung. Zumindest lebten sie gesünder ohne die schädlichen Funkwellen und elektromagnetischen Felder. Irrtum! Die britischen Forscher nämlich versuchten dem Phänomen- Gesundheitschädigung durch mobiles Telefonieren- auf die Schliche zu kommen. 44 Personen wurden drei Jahre lang getestet auf eventuell schädliche Auswirkungen durch Mobilfunkstationen. Die Wissenschaftler der Universität Essex trafen bei ihren Studien auf einen besonderen Fund: bei Menschen, die sich selbst als "elektrosensibel" bezeichnen ist der Glaube an eine Mobilfunkexposition bereits ausreichend um Befindlichkeitsstörungen hervorzurufen.

Ähnliche Ereignisse konnten in einer deutschen Studie von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erzielt werden. In dieser wurde eine neu errichtete Mobilfunkstation über einen Untersuchungszeitraum von drei Monaten nach jeweils ein, zwei oder drei Tagen ein- bzw. abgeschaltet. Anschließend wurden die Probanden befragt, wie die Teilnehmer auf den Betriebszustand der Anlage reagieren würden. Siehe da: auch hier besteht kein Zusammenhang zwischen dem Befinden der Personen und der Strahlenexposition.

Mobiltelefone, solange sie den Richtlinien entsprechen, sind also längst nicht so schädlich wie angenommen. Somit können wir auch zukünftig auf unseren ständigen Begleiter zurückgreifen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Mittwoch, 22. August 2007

Ohne Medien? Nein danke!

Vor kurzem ist Skype ausgefallen.

Skype, was ist das? Ein Programm, mit dem man über das Internet in die ganze Welt telefonieren kann. Gratis - vorausgesetzt, die oder der Angerufene besitzt ebenfalls Skype. Über Headset mit Mikrophon kann man sich stundenlang über das Netz unterhalten.
Viele Firmen nutzen diesen Dienst in der heutigen Zeit schon, um sich Mobil- oder Festnetztelefon zu ersparen.

Doch was, wenn - wie vor einigen Tagen - das Programm für zwei oder gar mehr Tage, vielleicht für immer, lahmgelegt wird?...

Am 16. August 2007 sollte Skype durch eine neue Softwarekomponente erweitert werden... während des Updates jedoch brach das System in sich zusammen und war für die nächsten zwei Tage sozusagen "tot".

Viele Privatuser ärgerten sich, noch mehr Businesskunden waren nahezu "aufgeschmissen" ohne der Internet-Telefonie, da sie bereits vor langem den Festnetzanschluss durch Skype ersetzt hatten.

Wenn man diese Problematik nun weiterknüpft bis hin zu Firmen, denen ganze Geschäfte durch die Finger rinnen wie Sand, weil sie den einen wichtigen Anruf nicht tätigen konnten, stellt sich die Frage: Was wären wir heutzutage ohne Internet, ohne Medien, ohne Web 2.0? Was wären wir ohne diesen Instrumenten vor allem im Berufsleben?

Nun gut, an dieser Stelle sei angemerkt, dass sich hoffentlich keine Firma nur auf ein Telefonie-System im Internet stützt, sondern stets Ausweichmöglichkeiten á la Mobiltelefon oder vielleicht doch einen kleinen, versteckten Notfall-Festnetzanschluss, in peto hat. Und dann gibt es da noch die elektronische Post, die jedoch - wie wir alle und vor allem die treuen Leser dieses Blogs wissen - unseren IQ um 10 Punkte herabsetzen kann, wenn wir nur fleißig unseren Posteingang überprüfen... Doch trotzdem: Was wären wir ohne?

Es ist wie immer und es ist wie überall: Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, betrachtet man es auch schon als selbstverständlich. Klar hab ich Internetzugang! Natürlich, ich bin in zwei Minuten online! Moment, ich check mal meine Mails! Sicher kann ich das... in einer Minute per Mausklick eine ganze DVD-Reihe meiner Lieblings-TV-Serie bestellen...

All diese Dinge sind jedoch nicht selbstverständlich! Es handelt sich um ein mediales Konstrukt aus Kommunikationsmöglichkeiten, Datentransfer und vielem mehr. Doch bricht dieses Konstrukt auch nur ein einziges Mal zusammen, vielleicht weil ein Systemupdate gemacht wird (denn: am neuesten Stand der Dinge müssen wir schon auch bleiben!), sind wir hilflos wie ein Käfer, der auf dem Rücken liegt und in alle Richtungen strampelt, um sich wieder in die richtige Position zu bringen.

Medien sind wichtig. Medien bestimmen unseren Alltag, sie begleiten uns und helfen uns, sie fördern uns und sind stets verfügbar. Doch sollten wir immer eine kleine Hintertür offen lassen, um nicht am Rücken zu liegen und zu strampeln, wenn das System einmal nicht funktioniert.

Daher werden auch - und so schließt sich wieder einmal der Kreis innerhalb dieses Blogs - niemals alte Medien von neuen verdrängt werden und das Riepl'sche Gesetz immer am Diskussionstablet liegen... Denn wenn die online Zeitung mal nicht will, weil der Server nicht funktioniert, dann gehen wir zum nächsten Trafikanten und kaufen uns die Printversion. Und wenn Skype einmal am Softwareupdate zugrunde geht, dann greifen wir zum Telefon und melden uns so. Und sollte irgendwann einmal der Livestream des Lieblings-Radiosenders nicht und nicht verbinden wollen, dann gehen wir zum Radio und schalten es ein.

So ist es. Und so bleibt es.

Virtuelle Welten

Mittlerweile hat sicher jeder schon mal von dem sagenumwobenen Online Game, Second Life, gehört. Es handelt sich um eine Parallelwelt, in der jeder Spieler sein zweites ICH frei entfalten kann. Hier ist es möglich sein Aussehen nach Wunschvorstellungen zu beeinflussen, erfolgreich in Job und Karriere durchzustarten sowie nette Bekanntschaften zu machen- eben all das, was im normalen Leben nicht immer auf Knopfdruck möglich ist. Die Problematik des Online Games: das absolute Suchtpotential. Klar, wer hat nicht den Wunsch, sich nach einem frustrierenden Arbeitstag abends vor den PC zu setzen um sein Selbstwertgefühl ein wenig aufzubessern, den Alltagsstress zu vergessen und in eine andere Rolle zu schlüpfen. Das Verdrägungsprinzip scheint auf jeden Fall besonders beliebt zu sein. Laut einer aktuellen Studie der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt am Main spielt jeder dritte Online Gamer täglich über 180 Minuten. Eine festgelegte Zielgruppe scheint es nicht zu geben, denn alle Berufsgruppen und Altersstufen können Opfer von Online Spielen werden. Die wenigsten Vielspieler allerdings sind bei den Studenten zu verzeichnen. Sie verbringen weniger als 20 Stunden pro Woche in virtuellen Welten.

Unsere Politiker und Medienexperten kritisieren, dass die Online-Sucht zu einem Realitätsverlust führen würde. Wieso eigentlich? Es liegt doch ziemlich nahe mit einer fliegenden Untertasse durch die lebendige Welt der 3D-Landschaft zu heizen, um pünktlich zur Einladung an einer extravaganten Vernissage einzutreffen.

Dienstag, 21. August 2007

Politische Models

Die jüngsten, oft hinterfragten, Plakatwerbungen von Krone und Kurier beschäftigen die Gemüter der ÖsterreicherInnen. Es handelt sich um die Gestaltung der Kampagnen als Instrument der Öffentlichkeit, mittels wohlbekannter Köpfe der österreichischen Politszene.

Es stellt sich die Frage, wie denn die PolitikerInnen unseres Landes auf die glorreiche Idee kamen, sich durch einen Werbeauftritt für die Krone, beziehungsweise den Kurier, ihr Image als vertrauenswürdige Politiker, aufzubessern.

Nun kommt heraus, dass unsere werten Landesvertreter nicht wirklich um ihre Zustimmung, oder das Einverständnis als Werbefiguren zu posieren, gebeten worden sind.

Die Reaktionen fielen bemerkenswert gelassen aus. So kommentierte man zum Beispiel: „ Wir sind nicht gefragt worden, haben aber auch nichts dagegen.“
Der Grund hierfür sei einfach zu nennen: „Ein Politiker ist eine Person öffentlichen Interesses, das muss man aushalten.“, heißt es auf die Rückfrage.

Somit nehmen es unsere Politiker eigentlich recht gelassen hin als Werbeträger dieser Kampagnen zu brillieren.
Der Politberater Thomas Hofer hält diese kooperative und einsichtige Haltung unserer Politiker für „ein österreichisches Unikum“: Es zeige wie verflochten diese Systeme, ´Politik` und ´Medien` sind.
Und natürlich darf man die, naturgemäß vorhandene, Eitelkeit der Politiker im öffentlichen Blickfeld nicht beiseite lassen. Denn es schmeichle eben, wenn man sein eigenes Bild im öffentlichen Raum sehe; man könnte es beinahe als eine Gratis-Imagekampagne sehen, meint Hofer.

Eine Image-Kampagne als Werbefigur der Kronen Zeitung, oder des Kurier; das mag in den Raum gestellt sein.

Fairerweise muss man jedoch anfügen, dass den Politikern in diesem Fall eigentlich gar keine reelle Chance bleibt.
Denn, berücksichtigt man die Analyse des Politologen Thomas Hofer, so könnten, oder sollten, sich unsere Politiker davor in Acht nehmen sich aufzulehnen gegen diese Art der Nutznießung ihres Vertrauensimages als politische Personen. Das könnte nämlich mitunter als schwerwiegende Schwäche interpretiert werden; ganz nach dem Motto: „Der hält ja gar nichts aus.“.
So gesehen würde eine mögliche Auflehnung gegen die Verwendung der eigenen Person als Werbemittel dem Politikerimage eher Schaden zufügen, also konstruktiv zu wirken.

Somit erscheint das Politikerdasein hier zu Lande in einem ganz neuen Licht.
Es stellt sich als politische Herausforderung dar das Gleichgewicht zwischen integrer Ernsthaftigkeit, öffentlicher Akzeptanz sowie einem gewissen Maß an gesellschaftlicher Beliebtheit zu wahren.
Und auf diese Art und Weise hat die Werbung wenigstens einen günstigen Werbeträger, die Öffentlichkeit etwas zum Munkeln und zu guter Letzt, die Presse etwas zum Berichten ...und wir zu kommentieren...
Vgl. http://derstandard.at/ Artikel: Politischer Model-Ersatz

Montag, 20. August 2007

There's no business without electronic mails!

Eine neue Studie der britischen Zeitung "The Observer" hat jetzt erstaunliche ... oder nein... korrigiere... eigentlich teilweise sogar unerstaunliche Ergebnisse gebracht:
Es wurden 177 Studienteilnehmer auf das Phänomen des "E-Mail-Stresses" untersucht und tatsächlich konnte festgestellt werden, dass in unserer Zeit scheinbar eine Art Zwiegespaltenheit über den Einsatz dieses Mediums herrscht...

Einerseits bewirkt das ständige Eintreffen von elektronischer Post, dass wir diese natürlich sofort kontrollieren wollen oder gar müssen, dadurch unser Arbeitsprozess unterbrochen wird und in weiterer Folge wiederum unsere Produktivität sinkt. Das wiederum erzeugt in uns ein Gefühl der Frustriertheit, Gestresstheit und Müdigkeit, was mitunter negative Konsequenzen auf unser Wohlbefinden hat.
Nichtsdestotrotz kann der durchschnittliche Büroangestellte andererseits nicht davon ablassen seinen elektronischen Posteingang bis zu 40 Mal in der Stunde (!) auf neu eingetroffene Mails zu checken. (Selbst, wenn wir uns darüber nicht bewusst sind und manche von uns annehmen ihren Posteingang maximal alle 15 Minuten oder überhaupt nur einmal stündlich zu überprüfen...)

Hier also ein paar Zahlen, Daten und Fakten:
34% der Teilnehmer ließen sich allein durch die hohe Anzahl eingetroffener E-Mails stressen.
Weitere 28% fühlten sich dadurch zumindest "getrieben".
38% - eigentlich ein verhältnismäßig hoher Prozentsatz, aber dennoch viel zu wenige Menschen - betrachteten einen nahezu überfüllten Posteingang entspannt und beantworteten, wann ihnen der Kopf danach stand.

Eine weitere erschreckende Zahl, mit welcher der Durschnittskonsument von E-Mails wahrscheinlich selbst gar nichts mehr anfangen kann: Im Jahr 2006 wurden 6 Billionen Geschäfts-Mails versendet, von denen allerdings ganze 80% einfach nur SPAM waren.

Gut, nun kann man sich diesmal leider nicht - so wie sonst gerne auf diese Weise von Herrn und Frau Österreicher gehandhabt - auf dem Third Person Effekt ausruhen und sich selbst damit beruhigen, dass diese Studie "eh auf andere Leute bezogen ist, weil ich bin ja gar nicht in der Zielgruppe drin"... ganz im Gegenteil, es sind aus dem Leben gegriffene Berufe, in denen sich diese Ereignisse am häufigsten abspielen: Wissenschaftler, Architekten und auch Journalisten - Menschen, die in kreativen Berufen arbeiten, sind am meisten davon betroffen.

Doch es geht noch weiter:
Auch der IQ wird angeblich von den ständigen Unterbrechungen durch neu eintreffende E-Mails gesenkt. Und zwar um maßgebliche 10 Punkte!

Also testen Sie doch gleich einmal Ihren IQ: http://at.iq-test.eu/?pid=2&starttest=true

Und während Sie das tun, gehe ich die E-Mails checken, die in der Zwischenzeit eingegangen sind...

Freitag, 17. August 2007

Werbung kostet!

433 Milliarden Dollar... unter dieser Zahl können sich die wenigsten Menschen einen realistischen Geldbetrag vorstellen. Dieses, wahrlich beachtliche, Vermögen spiegelt die weltweiten Mediaausgaben 2007, beziehungsweise, den Finanzaufwand der Werbewirtschaft des Jahres 2007, wieder.
Lediglich die Tatsache, dass die Werbung einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor darstellt, ohne den das System wohl kaum auf eine vergleichbare Art und Weise funktionieren könnte, rechtfertigt diese, die Vorstellungskraft übersteigende Summe an Finanzmitteln. (An dieser Stelle sei anzumerken, dass ich vom Otto-Normalverbraucher spreche, der im alltäglichen Leben kaum mit Finanzzahlen in der Größenordnung wie, zum Beispiel, 433 Milliarden Dollar konfrontiert wird.)
Betrachtet man diese Summe, klingt die anzunehmende Prognose der österreichischen Werbeausgaben im Jahre 2008, wohlgemerkt das EURO 2008 Jahr, von 3,4 Milliarden US-Dollar eigentlich recht „human“. Zu berücksichtigen ist außerdem die Tatsache, dass dieser, vergleichsweise realistische, Geldbetrag, dem Land Österreich einen Platz unter den Top 10 aller westeuropäischen Staaten, einbringen wird.

Na dann, können wir ja getrost in das nächste Jahr blicken, und zufrieden über die wettbewerbsfähigen Ausgaben der Werbewirtschaft, sehnsüchtig die EURO 2008 erwarten.