Freitag, 28. September 2007

Werbesteuer- kein Ende in Sicht!

Wieder mal gehts um ein Lieblingsstreitthema unserer Politiker. Werbesteuer, Arbeitsplätze... was machen wir nun?

Laut Fachverband würde die Abschaffung der Werbesteuer dauerhaft 650 Arbeitsplätze schaffen und das BIP um 110 Millionen Euro erhöhen! Na wenn sich das nicht gut anhört...
Jedoch auch nur ohne dem Zusatz, dass mit der Abschaffung der Werbesteuer dem Bund ein Budget-Anteil von 115 Millionen Euro durch die Lappen gehen würde; tja wie werden die Verhandlungen bei diesen Rahmenbedingungen wohl ausfallen?

Die Antwort ist einfach: Am Besten gar nicht!
Man gibt sich doch nicht die Schmach gegen beinahe 700 Arbeitsplätze zu entscheiden -und will aber andererseits vorläufig auch nicht auf 115 Millionen Euro verzichten. Also bevor man sich dagegen entscheidet, drückt man sich lieber mal (Wie es doch so selten vorkommt).

Tja, und so bleibt uns die Werbesteuer mal vorläufig in alter Manier erhalten. Ein neues Konzept gibt es bislange nicht, und einfach nur abschaffen würde ja viel zu schnell für die österreichische Mentalität gehen.

Also warten wir mal. Wir warten. Bis wir wieder vor der selben Situation stehen- und dann hoffentlich andere Verantwortliche entscheiden müssen; d.h.: etwas zynisch gesehen (oder einfach nur realistisch betrachtet): ebenso entscheiden werden?

Donnerstag, 27. September 2007

Boulevardisierung- Ein neues Phänomen?

Pünktlich mit den Medientagen, veranstaltet übrigens von der News-Gruppe und dem Manstein-Verlag, kommt die Sprache auf den Qualitätsanspruch der österreichischen Medien; besonders den der österreichischen Tageszeitungen.
So wird Österreich in der Vergangenheit „als eine Insel der Seligen, was den medialen Umgang mit Menschen betraf“ bezeichnet.

Bevor wir also mit dem neuen täglichen Boulevardjournalismus, a la Österreich im Speziellen, überschwemmt wurden, war die österreichische Berichterstattung harmlos, ehrlich und verblümt unschuldig. Mit der neuen Tageszeitung “Österreich“ jedoch, warf man sogleich alle journalistischen Werte über Bord und gab sich ganz dem billig unterhaltsamen Boulevardjournalismus hin.

So hätte man, laut der Kritik diverser Verleger und Medienmesse Teilnehmer, auch früher als Person öffentlichen Interesses, Affären und Intrigen gehabt; man hätte jedoch gemeinschaftlich zusammengehalten und dazu geschwiegen- denn es ginge ja immerhin niemanden etwas an.

Heutzutage hingegen, erlaube man es sich darüber zu berichten und verletze somit grundlegende persönliche Werte!
Wörtlich wird es im Laufe dieser Empörung als ein „widerliches Eindringen in Privatsphäre“ postuliert.
Das sei jedoch lange nicht alles.
Falschmeldungen aufgrund mangelhafter Recherche und Vorverurteilungen stehen auf der Tagesordnung!
Als Beispiel wird die mediale Behandlung Elsners erwähnt, der im Zuge dessen öffentlich als Staatsfeind Nummer Eins deklariert worden ist, durch Fakten wohlgemerkt, die zum Teil gar frei erfunden waren!

Und nicht nur die Boulevardpresse sei davon betroffen, auch Qualitätszeitungen seien vor dieser Boulevardisierung nicht gefeilt.

Auf den Punkt bringt man die Kritik dann zu guter Letzt mit der Aussage: „Ähnlich meteorologisch trägt dieser Klimawandel zur Zerstörung der Atmosphäre bei. Die Zeitungsmacher übersehen, dass sie nicht nur das gesellschaftliche Klima vergiften, sondern sich auch selbst austauschbar und ersetzbar machen.“ (vgl. APA: www.apa.at)

Um ehrlich zu sein: Vor lauter Faszination fällt mir nichts, aber auch gar nichts mehr ein.

Mal unter uns: Wie lange gibt es Medien? Wie lange gibt es Boulevardjournalismus und wie lange regen wir uns schon darüber auf?

Und seien sie einmal ganz ehrlich: Hören wir tatsächlich immer weg, wenn es Klatsch und Tratsch zum Lesen gibt? Interessiert uns das denn gar nicht?

Und wenn uns der Boulevardjournalismus tatsächlich in solchen Maßen aufzuregen weiß, dann hat er doch auch irgendwie seinen Zweck erfüllt, oder?

Und zur Tageszeitung Österreich... mal unter uns... gibt es da nicht noch andere Zeitungen (ja, auch in Österreich), die den Begriff des Boulevardjournalismus schon etwas länger prägen?

Mittwoch, 26. September 2007

World Press Photo 07 - Die Bilanz

Nun, ich habe ja vor einiger Zeit über die nun schon knapp einen Monat laufende World Press Photo Ausstellung berichtet, die mich nicht nur in Euphorie, sondern auch in höchste Neugierde versetzt hat.

Natürlich habe ich diese Ausstellung also so bald wie möglich besucht, doch was mich erwartete, war alles andere als das, was ich mir vorgestellt hatte.

Es ist wie bei einem Kinotrailer: Die besten Szenen werden schon in den zwei Minuten Filmvorschau gezeigt. Wir gehen alle voll Vorfreude ins Kino mit der Erwartungshaltung, die wir uns aus dem Trailer zusammengestrickt haben. Und was sehen wir? Eine extended Version der besten Szenen. Wir gehen aus dem Kino, sind bitter enttäuscht - zumindest in vielen Fällen - und geben dem Film eine gnädige 4 auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 die beste Note ist.

Nicht anders war es also mit besagter Ausstellung; nur, dass wir hier keinen Trailer, sondern ein paar Bildbeispiele im Internet auf der Homepage der Galerie Westlicht angesehen haben.
Wir - drei Studierende der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, also alle mit einem gewissen Erwartungspotential - haben uns wirklich viel Zeit gelassen alle ausgestellten Fotos (übrigens keines größer als maximal A2, wenn nicht eher A3) in diesem einen großen Raum (ja, richtig gelesen, ein einziger Raum) zu begutachten, alle Erklärungen durchzulesen. Aber so sehr wir uns auch bemühten, länger als 40 Minuten konnten wir unseren Galerie-Besuch einfach nicht ausdehnen.

Die Bilder - bekanntermaßen von einer Jury nominiert, auserwählt und prämiert - zu 75% Fotografien aus Kriegsgebieten mit aufgeschnittenen, leblosen Körpern, nahe dem Hungertod lebender Menschen und anderer Katastrophenszenarien.
Bevor nun Einspruch erhoben wird, sei an dieser Stelle angemerkt, dass mir / uns natürlich klar ist, dass sich nun einmal viele Geschehnisse auf dieser Welt im negativen Rahmen abspielen und genau diese Szenerien eben das sind, was die Welt beschäftigt und somit auch die Presse widergibt.
Aber niemand kann mir plausibel einreden, dass drei Viertel der besten Pressefotos aus dem vergangenen Jahr tote Kinder, verhungerte Menschen und zerbombte Wohngebiete beinhalten. Wenn ich persönlich - damit vielleicht auch klar ist, weshalb ich nun ein wenig verwirrt und enttäuscht bin - an die besten, also die Superlative von guten, sehr guten, grandiosen Bildern denke, dann denke ich an beeindruckendes, faszinierendes, vielleicht auch erschütterndes, aber immernoch überzeugendes Bildmaterial.

Nun... vielleicht hilft es ein wenig dahingehend zu appellieren, dass eine subjektive Jury (und das ist nunmal die einzige Form, in der eine Jury trotz vorgegebener Beurteilungskriterien existieren kann) den Begriff von den besten Pressefotos eines Jahres überdenkt und auch die Begrifflichkeiten "gut - besser - am besten" hinterfragt... einfach nur für sich selbst bewerten: Was ist gut? Was ist besser? Und was ist am besten?
Was zeichnet ein Bild als das beste aus? Ein aufgeschnittener, toter Kinderkörper oder beispielsweise die beeindruckende Szenerie des Publikums, das bei 15 Minusgraden dabei zusieht, wie sich Österreich beim Skisport wieder den Dreifachsieg holt?

(Sicher, das war ein etwas patriotisches Beispiel, aber ich denke der kluge Blogleser weiß, wovon die Rede ist.)

Entscheiden Sie selbst...

Montag, 24. September 2007

Reminder: Medientage vom 26.9. bis 28.9.07

Nicht vergessen: Mittwoch beginnt die Medienmesse in Wien mit reichlich Vorträgen und Wissenswertem rund ums Thema Medien!
Wer die Chance hat hinzugehen, dem kann ich dieses Event nur sehr ans Herz legen.

Mehr Infos: Medienmesse

Donnerstag, 20. September 2007

Kulttour 2007

10 Festivaltage, 10 Spielorte und eine Zeltstadt am Rathausplatz

Der Kurier berichtete heute großzügig über das geplante Kulturfest.
Die „kulttour 07“ ist das Kulturfestival der Wien Holding und feiert eine diesjährige Premiere. Vom 21. bis 30. September – präsentiert die Wien Holding erstmals die Programmvielfalt ihrer Kulturbetriebe in einer Zeltstadt auf dem Rathausplatz und bei vielen Festivalveranstaltungen in ihren Häusern.

"Kultur ist eine unserer wichtigsten Ressourcen in gesellschaftlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht und damit unverzichtbar für eine weltoffene, tolerante Stadt. Es lohnt sich, in die Kultur und damit in den Ruf Wiens als Kulturhauptstadt zu investieren. Genau das wollen wir auch mit der ´kulttour 07´, dem Kulturfestival der Wien Holding, zeigen. Kultur in Wien ist kein Risiko, sondern ein Muss“, erklärt der Wien-Holding Direktor, Peter Hanke, dem Kurier.

Nur zur Information: Die Wien Holding Kulturbetriebe machen Programm für 2,5 Mio. Besucher pro Jahr und bringen jährlich damit 255 Millionen Euro ein.

Mit der Wiener Stadthallen-Gruppe, den Vereinigten Bühnen, dem Haus der Musik, dem Jüdischen Museum, dem Mozarthaus Vienna und dem KunstHausWien ist die Wien Holding einer größten Kulturkonzerne in Europa und einer der wichtigsten Größen im Kultur- und Eventgeschehen der Stadt.

Extra für das Festival wird das Programm von den Bühnen in die Zeltstadt auf den Rathausplatz gebracht. Zahlreiche Veranstaltungen der jeweiligen Theaterbetriebe und Museen werden zu dieser Zeit zu verlockend ermäßigten Angeboten offeriert.

200 Stunden Programm, 260 KünstlerInnen, 120 Vorstellungen sowie
Sonderveranstaltungen sollen ein reichhaltiges Angebot an Kultur garantieren. Keiner der Besucher soll auch nur annährend zu kurz kommen, denn aus einem gesunden Mix aus Theater, Musical, Kabarett, Rock- und Popkonzerten, Klassischer Musik, Literatur, Mode, Bildende Kunst, Museen, Video, Kino, Fotografie und Workshops ist für jeden Geschmack gesorgt.

Alle Infos und das Gesamtprogramm, sind erhältlich auf www.kulttour.at

Mittwoch, 19. September 2007

So eine Sauerei...

Die wirksamste Werbung des Jahres ist doch tatsächlich "Ja, natürlich"s Werbung mit dem sprechenden Schwein geworden.
Demner, Merlicek und Bergmann räumten mit dem putzigen "Babe"-Verschnitt Platin und Gold ab. Doch damit nicht genug: Für die Werbung der Städtischen und "Sprich mit Bob" gab es zum Drüberstreuen noch zweimal Gold von der International Advertising Association (IAA) am vergangenen Dienstag Abend - es wurde eine Gala anlässlich der Vergabe der Preise für die wirksamsten Werbungen des Jahres veranstaltet.

Doch nun frage ich mich... wieso müssen es stets die nervigsten Werbekampagnen sein, die diesen Preis bekommen? Ich kann mich noch erinnern, dass vor etwa zwei Jahren (Irrtum nicht ausgeschlossen) die allseits bekannte Familie Putz aus der Werbung der XXXLutz GmbH selbigen Preis entgegennehmen durfte.

Oder ist es gerade das, was Eindruck hinterlässt? Denn letztlich zählt nicht, wie beliebt die Werbung oder wie gerne sie gesehen ist und es wird auch keine Sympathiebewertung auf einer Skala von 1 bis 10 durchgenommen... es geht hier rein um die Wirksamkeit der Werbung! Sind es nicht gerade deshalb die nervigsten Werbungen? Weil man darüber spricht, wie nervig man sie findet?

Ich denke in Zeiten wie den unsrigen, in denen Reizüberflutung ein alltägliches Phänomen geworden ist und tausende an Werbebotschaften am Tag auf uns hereinprasseln, sind es gerade die auffällige Werbungen, die beim Rezipient "hängenbleiben". Es müssen die Werbungen sein, die uns emotional aufwühlen (sei es positiv oder eben negativ), denn alle anderen Werbungen gehen in der Masse der Botschaften unter.

Und dann zählen natürlich auch Inhalt und Botschaft - möchte man uns ernsthaft erklären, dass nur dieser Apfel der wahre ist, weil... dann schalten wir ab und denken uns wohl wissentlich, dass das, was dieser Apfel kann, nun wirklich jeder andere Apfel auch kann.
Möchte man uns jedoch mit schweinischer Hilfe (Achtung: Putzige Tiere haben genauso wie Kinder eine überdurchschnittlich ergreifende Wirkung auf den Rezipienten! In zweiterem Falle ist dies bekannt unter dem Namen "Kindchenschema".) und putzigen Sätzen, liebenswerter Tolpatschigkeit und grenzenloser Bescheidenheit einfach nur mitteilen, dass der Apfel von "Ja, natürlich" eben einfach Bio und deshalb gesünder ist, lehnen wir uns zurück und genießen die Tatsache, dass wir von dem Schwein und dem siebzehnten damit produzierten Werbespot entweder entnervt oder positiv überwältigt, aber in jedem Falle emotional überdurchschnittlich angetan sind.
Und genau dies ist es, was uns zulassen lässt (genau lesen!), dass wir die Werbebotschaft empfangen und uns beim nächsten Supermarktbesuch vielleicht mal einen "Ja, natürlich"-Bio-Apfel kaufen... statt des Apfels, der kann, was alle anderen Äpfel auch können!

Alles klar soweit?...



PS: Immernoch nicht klar, von welcher Kampagne überhaupt die Rede ist? Dann spitzt eure Schweinsohren!

Montag, 17. September 2007

Der ORF und die Rechte an der EURO 2008

Wie wir alle den Medien entnehmen konnten, kämpfte der ORF in der letzten Zeit mit anderen um die Rechte an der Übertragung der einzelnen Spiele der mehr oder weniger anstehenden Fußball-Europameisterschaft 2008.
Nun ist es entschieden, dass unser öffentlich-rechtlicher Sender alle 31 Spiele für läppische 10 Millionen Euro übertragen darf. Läppisch deshalb, weil ARD und ZDF in Deutschland mit 115 Millionen Euro wesentlich mehr bezahlen müssen, wohingegen die Schweiz mit 7 Millionen Euro für die Übertragung aller Spiele ein regelrechtes Schnäppchen gemacht hat.

Doch wer glaubt, dass es bei einer TV-Übertragung bleibt, der irrt: Weiters darf sich der ORF nämlich mit den Radiorechten für die EURO 2008 und zusätzlich mit jenen der Ausstrahlung im DVB-H-Standard (der was?! - ja, das ist jenes Handy-TV, von dem momentan bei allen Mobilfunkanbietern die Rede ist) schmücken. Zu guter Letzt wird der ORF auch einen Live-Stream auf seiner Homepage http://orf.at führen.

Und das alles für nur 10 Millionen Euro - eigentlich auch ein Schnäppchen!
Vor allem, wenn man betrachtet, dass ursprünglich 18 Millionen Euro vom ORF verlangt werden sollten, der jedoch dann mit verschränkten Armen und Schmollmund auf die Schweizer Rundfunkanstalt SRG zeigte und zurecht fragte, wieso die eigentlich nur 7 Millionen hinblättern müssen. Letzten Endes konnte man sich dann also auf einen Kompromiss mit Hang zu den Wünschen des ORF einigen:
10 Millionen Euro.

Klar übrigens, dass bei solchen Summen dann Sender wie ATV zurücktreten müssen und die Verhandlungen stillschweigend verlassen...

Wir freuen uns also auch dieses Mal auf ein Fußball-Event der Sonderklasse - und zwar mit hunderprozentigem Übertragunsversprechen!