Freitag, 31. August 2007

Der Papst kommt nach Wien - die Medien blühen auf!

Wiedermal ein Event in Österreich, das von der Medienlandschaft so richtig aufgebauscht werden kann. Und ich möchte nicht nutzlos zynisch erscheinen, da ich weiß, wie wichtig die Medienberichterstattung gerade über Events wie den Papstbesuch ist.
Aber dennoch möchte ich mich an der leichten Übertreibung seitens der Medien und vor allem seitens unseres ORFs ein wenig erfreuen!

Kurz zu den Fakten, falls es noch jemanden gibt, an dem diese Infos vorübergegangen sind: Der Papst kommt nach Österreich... und zwar ganze drei Tage, von 7. bis 9. September, also nächstes Wochenende. Ja, genau, Papst Benedikt XVI erweist unserem kleinen, auf der Landkarte nur mit Lupe erkennbaren Land die Ehre.
Der ORF möchte nun diesen Besuch und das damit verbundene Motto "Auf Christus schauen" aufgreifen und nutzen, um die österreichische Bevölkerung auch dazu zu zwingen "auf den ORF zu schauen".

Nun gut, also das, was der ORF als "die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags in Reinkultur" bezeichnet, beinhaltet das Folgende:
50 Kameras und 4 Ü-Wagen, die 16 Stunden lang live und ungeschnitten mit dabei sind. Angefangen von der Ankunft des Papstes am Flughafen Wien-Schwechat über das Gebet mit Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg hin zur Ankunft Benedikts in Mariazell und dem dortigen Gottesdienst weiter zur Rückreise nach Wien bis hin zu dem dort von Statten gehenden Gottesdienst im Stephansdom werden wir alle drei Tage voll informiert sein! Zwei so genannte "Papst-Studios" sorgen für die Berichterstattung direkt vor Ort - es gibt eines in Wien und eines in Mariazell...

Nichts, aber wirklich gar nichts an diesem Papstbesuch wird an uns vorübergehen!

Dank sei unserer Steuer!

Donnerstag, 30. August 2007

Die gute alte Zeitung!

Heute habe ich zwei ermutigende Berichte über die gute alte Zeitung ins Auge gefasst.
So erschreckend einst die Prognosen über die Verdrängung des bedruckten Papiers durch den wachsenden Online-Informationsmarkt auch waren, so erfreulich zeigen sich eingesessene Zeitungsliebhaber, hören sie den allgemeinen Optimismus von so manchem Zeitungsmacher. Die Zahlen zeugen von der bleibenden Bedeutung und Notwendigkeit, ja sogar dem leichten Aufschwung der Printbranche: Die Zeitungsauflagen stiegen laut World Association of Newspapers im Jahr 2006 weltweit um 2,3% und innerhalb von 5 Jahren sogar auf beachtliche 9,48%. Das ist doch mal was!

Natürlich lassen sich diese Zahlen kaum mit dem immens wachsenden Online Markt vergleichen, dennoch stimmen sie, vor dem Hintergrund aller pessimistischen Verdrängungstheorien, die Zeitungsliebhaber sehr erfreulich.

Österreich wird im Zuge dessen von der Fachwelt als das „vorbildhafte Print-Land“ schlechthin bezeichnet. So steigt, im Vergleich zu anderen Ländern, besonders in den Sommermonaten die Zeitungsnutzung erheblich an.
Was, für mich persönlich, nicht sonderlich erstaunlich ist; denn sind wir uns ehrlich: ein Cafe und eine Zeitung bei sommerlichen Temperaturen zu genießen, lässt so manchen stressigen Tag erträglicher erscheinen. Und auch die österreichische Badekultur sei hier zu erwähnen; so verträgt sich das Notebook und das feuchtfröhliche Strandbadflair doch nicht allzu gut- und sowieso, lässt sich die Zeitung bei Bedarf auch Leichterhand schützend über das glühende Haupt legen- das Notebook wäre hier nicht sehr empfehlenswert.

So nimmt die Zeitung nach wie vor auch einen gewohnt hohen Stellenwert am Werbemarkt ein. Den Löwenanteil des klassischen Werbekuchens (Werbeschaltungen ausgenommen Online Werbung), von immerhin 60%, heimsen sich ganz locker die heimischen Printmedien ein. 25% wird dem Fernsehen zugesprochen und Radio und Plakat halten bei 8% inne.

Nichts desto trotz blicken die „alten“ Medien etwas neidisch auf den rasant wachsenden Online-Werbemarkt, der um 52,7% gegenüber Juni 2006 zugenommen hat.
Betrachtet man diese Zahlen so liegen Negativprognosen über die Zukunft der Printmedien nicht fern; stellt doch die Werbung eine überaus entscheidende Einnahmequelle dar.

Über etwaige Untergangsszenarien, heißt es jedoch aus der Fachwelt, müssten sich die Printmedien einstweilen keinen Kopf zerbrechen; ist ihre vorrangige Position doch fürs Erste gesichert.
Außerdem stelle der Printbereich auch für junge Werber nach wie vor einen wesentlichen Bereich dar, lässt sich doch mit einem Sujet in der Zeitung ein vergleichslos einprägsamer Fingerprint hinterlassen.
Darüber hinaus wird die Printwerbung vom Konsumenten nach wie vor als weniger störend empfunden als Online-Werbeschaltungen, denen man sich heutzutage kaum noch entziehen kann.

Natürlich spricht auch vieles für Online-Medien; Schnelligkeit, Kosten-Nutzen Effizienz, leicht zugängliche Recherchemöglichkeiten, usw.

Doch anstatt die Vor- und Nachteile des jeweiligen Medienformates gegeneinander aufzuwiegen, stellt sich die Frage, ob Internet und Zeitung nicht gegenseitig ergänzende Wirkung zeigen könnten.
Ist es nicht so, dass durch das Internet-Zeitalter das Interesse an Mehr-Information in alle Richtungen gestiegen ist, und somit auch das Interesse an verschiedenen Quellen gefördert wird?
So hat man sich bereits daran gewöhnt ständig mit neuen Informationen konfrontiert zu werden- besonders im Umgang mit dem Internet. Und diesen Informationsinput wollen wir nicht missen, auch wenn die Situation keinen Internetzugang ermöglicht oder uns ein Notebook als zu unkomfortabel erscheint.

Und überhaupt gibt es so einige Situationen im alltäglichen Leben, die eine Printzeitung rechtfertigen...

...was zum Beispiel, wenn wir keine Internet-Möglichkeit zur Verfügung haben, oder wenn wir die Bequemlichkeit vorziehen; wenn wir unser Frühstück beim gemeinsamen Zeitung lesen genießen wollen; wenn uns Rätsel zur sozialen Konversation motivieren; wenn wir uns einfach nur auf das stille Örtchen zurückziehen möchten; wenn wir abends mit der Brille auf der Nase und der Zeitung in der Hand auf der Couch einschlafen; wenn wir die Zeitung als Tarnung nutzen, um uns geschickt vor den Kaffeklatsch zu drücken; wenn wir den Kampf mit der Gelse gewinnen wollen; wenn wir, vor Stolz strotzend, die Zeitungsmeldung an den Kühlschrank kleben wollen; wenn wir Papier für den Umzug brauchen; wenn wir...

Mittwoch, 29. August 2007

Mateschitz greift nach den Sternen!

Auf medianet.at lesen sich heute interessante Neuigkeiten, die so manchen Medienguru hellhörig werden lassen.
Herr Mateschitz, der Boss von Red Bull (mit jährlich 2,6 Mrd. Euro Umsatz, die wertvollste Marke Österreichs), dem darüber hinaus ein Fußballclub, eine Werbeagentur, diverse Restaurants und ein Printmagazin zugeschrieben werden können, hat seine Leidenschaft für das Fernsehen entdeckt.
Gedacht, getan, kaufte er bereits vor einigen Monaten 95% des Senders Salzburg TV. Unter strengster Geheimhaltung wird seitdem in einem kleinen TV-Studio, einquartiert in einem Loft des 14. Wiener Gemeindebezirks, der Probelauf vorbereitet.
Unterstützung erhält Herr Mateschitz für sein Projekt von erfahrenen ORF Mitarbeitern. Unter Ihnen wohl bekannte Namen wie Thomas Watzek (ehemaliger ORF Produktionsschef), Videoclip-Macher Matthias Schweger (früher ORF und DoRo), sowie Teddy Podgorski junior, der Sohn eines weiteren ehemaligen ORF Generaldirektors.
Die technische Infrastruktur für das Projekt Red Bull TV soll der Sender Salzburg TV stellen.

Tja, und wie wir Herrn Mateschitz kennen, wird auch bei der Frage nach der Notwendigkeit eines Satelliten nicht lange gefackelt. Ganz nach dem Motto „Wenn schon, denn schon“ soll
Mateschitz sich der Satelliten-Frage folgendermaßen gewidmet haben: „So ein TV-Satellit kann doch nicht mehr so viel kosten...!“
Ein Griff nach den Sternen- im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Übertragungsweg per Astra Digital kostet um die 600.000 Euro (auch das Wiener Puls TV geht diesen Weg nach der Übernahme durch die ProSiebenSat.1 Media AG). Empfangbar wäre der Sender europaweit für mehr als 100 Millionen Menschen.
Auf die Anfrage von medianet bezüglich einer Aufschaltung von Salzburg TV beziehungsweise einer Anfrage von Red Bull GmbH bezüglich eines digitalen Transponders hielt man sich bedeckt. Ergänzt wurde diese (Nicht)-Information allerdings mit dem Zusatz, dass dies durchaus innerhalb kürzester Zeit realisierbar sei.

Auch bei der RTR (Rundfunk- und Telefon Regulierungs GmbH) liegt noch kein Ansuchen um eine Satellitenzulassung der Red Bull GmbH vor. Auch hier mit der Zusatzinformation, dass dies innerhalb weniger Wochen möglich sei.
Einen triftigen Grund, warum es Schwierigkeiten bei der Lizenzerwerbung vom Rundfunkbeirat geben sollte, gibt es nicht.
Immerhin, heißt es, kaufe Herr Mateschitz, wenn er in Stimmung sei, gleich die ganze Firma eines weiteren ehemaligen ORF Mitarbeiters: Das @-Viser Institut für konvergente Medien und Kommunikationssysteme von Andreas Gall (ehemaliger technischer Direktor des ORF). So bringe dieser doch das nötige technische Know-How mit und überhaupt würde er ohnehin die Funktion des CTO (Chief Technology Officer) beim Red Bull TV Projekt übernehmen.

Auch Ex-Generaldirektor Gerhard Weis wird Red Bull beratend zur Seite stehen; und Pius Strobl, seines seitens Kommunikationschef des ORF, verfolgt die Entwicklung mit zunehmenden Interesse.

Als Konkurrenz wolle man das Projekt nicht sehen, da der Sender Red Bull TV international angelegt sei. Darüber hinaus wirft ORF Generaldirektor Alexander Wrabetz ein, dass die Segmentierung des Marktes durch die Digitalisierung immer schneller vorangehe.
Es sei vielmehr ein Lob an den ORF bei einem solch international ausgerichteten Projekt unterstützend mitwirken zu können.

Nun ja, ich denke wir dürfen gespannt sein, was uns das Projekt Red Bull TV in Zukunft bringen wird. Zumindest dürfte die Frage der Finanzierung dem Projekt wohl keine Stolpersteine in den Weg legen.

Zum Abschluss ergreife ich die Worte des Verfassers (medianet.at): „Wo Red Bull hingreift, wird geklotzt!“

Dienstag, 28. August 2007

Pendant zu Superomis- Geschenk zur Geburt

Heute bin ich auf einen interessanten Artikel im Standard gestoßen. In diesem geht hervor, dass frisch gebackene Eltern für ihren Nachkömmling bereits Domains registrieren. So kommt es also zu dem neuen Phänomen, dass immer mehr Babys ihre eigene Website besitzen. Viele Eltern suchen mit der Namenswahl ihres Kindes auch gleich die dazu passende Internetdomain aus. Auf diese Weise brauchen sich die Eltern keine Sorgen darüber machen, dass der Name ihres Kindes zur Volljährigkeit dessen, nicht mehr als freie Domain verfügbar ist.

Konkrete Zahlen über das Vorhandensein von Baby-Websites gibt es bisher noch nicht.
Laut dem Technologieportal RedOrbit scheint der Trend allerdings stetig zu steigen.

Klein Fritzchen erhält als Geschenk zu seiner Geburt quasi nicht nur eine reale, sondern auch eine digitale Identität. Na dann muss er jetzt nur noch sprechen, schreiben und lesen lernen um von dem einzigartigen Spielzeug Gebrauch machen zu können. Bis dahin müssen seine Eltern sich die Zeit nehmen um die Homepage zu pflegen.

Der Kreativität der Eltern sind bei der Erstellung der Homepage keine Grenzen gesetzt: ob Fotos oder Videos von dem Kind, von den stolzen Eltern oder von sonstiger Verwandtschaft; witzige oder auch herzzerreißende Geschichten und Berichte über die Entwicklung des kleinen Erdenbürgers wie beispielsweise: der erste Zahn, der erste Schritt, das erste Wort und so weiter und sofort.

Diese Babys werden im wahrsten Sinnes des Wortes in die digitale Welt der Medien hineingeboren.

Freitag, 24. August 2007

Mal was Anderes...

Zwar eigentlich ziemlich aus der Reihe tanzend, so gebührt diesem Beitrag, der Zeitschrift medianet, doch ein wenig unsere Aufmerksamkeit, finde ich zumindest.
Es geht um das beliebte Thema Jobsuche nach, oder auch während des Studiums.

Berichtet wird in dem Artikel über eine junge Frau, genauer gesagt, eine junge Publizistik Absolventin, die, gerade erfolgreich ihr Studium abgeschlossen, ihrer Karriere als zukünftiger Journalistin, durch ein Praktikum auf die Sprünge helfen will.
Es handelt sich um ein gewöhnliches Vollzeit-Praktikum, was eine ca. 40 Stunden Woche, ohne Einbeziehung der Überstunden versteht sich, bedeutet.
Zu ihrem Aufgabenbereich zählen durchaus anspruchsvolle Aufgaben, wie: recherchieren, telefonieren, interviewen, Artikel verfassen, dieselbigen korrigieren und abermals korrigieren, usw.
Aufgaben also, die sie sicherlich als gleichwertigen Mitarbeiter qualifizieren sollten. So weit, so gut.

Nun unterscheidet sich diese Praktikantin doch in einem Punkt wesentlich von ihren Mitarbeitern, sieht man von dem längeren Beschäftigungsverhältnissen und der fixen Anstellung ab.
Und zwar hat sich unsere Praktikantin liebenswerter Weise, getrieben von jugendlichem Ehrgeiz, dazu hinreißen lassen, diese Herausforderung verzichtend auf jegliche finanzielle Entschädigung, anzunehmen. Und das für ganze 6 Monate!
Und anzufügen ist noch: Es stört sie nicht... ganz im Gegenteil:
„Ich kann hier im Gegensatz zu früheren Praktika viel lernen. Zum Kaffee kochen, Geschirrspüler ausräumen oder Fotokopieren hat mich noch keiner geschickt.“
Die Einstellung ist nachvollziehbar, ist man selbst schon in die Situation gekommen das eine oder andere Praktikum zu absolvieren.
Dennoch stellen sich mir da einige entscheidende Fragen:
Wie bezahlt die Werte ihre Miete? Wovon lebt sie? ...und vor allem: wie schafft sie das ganze sechs Monate lang?

Naja, eigentlich gibt es nur wenige Möglichkeiten: Sie lebt daheim und kommt mit ihrem Taschengeld gut aus; Oder sie lebt nicht mehr daheim und wird von ihrem Elternhaus gesponsert, weil ihre Familie sich das leisten kann; Oder aber, sie hat es geschafft sich während ihres Studiums ein kleines Vermögen anzusparen, um sich nun diese Arbeit leisten zu können.

Tja, wie es auch immer funktionieren kann; ich beneide es.
Meine Person nämlich, selbst eine Finalistin unter den Publizistik StudentInnen, strebt ebenfalls nach wertvollen Erfahrungen in der Arbeitswelt, um sich den Einstieg in das endgültige Berufsleben zu erleichtern.
Allerdings fällt es mir schwer mich auf unbezahlte Praktika einzulassen, oder sonstige, noch so wertvolle, unentgeltliche Erfahrungen zu sammeln.
Meine Miete zahlt sich nämlich nicht von selbst, und mein Magen revoltiert nach allzu vielen Fasttagen.
So bin ich, wie viele Studenten, auf Studentenjobs angewiesen, die wahrlich kein Vermögen bringen, aber mit Hilfe derer man zumindest den Kopf über Wasser behält. Genügend Kapital, um sechs Monate Freihaus arbeiten zu können, werde ich mir aber auch so nicht ansparen können.
Und ohne vorzuweisendes Praktikum? Eher unwahrscheinlich, dass einen die Berufswelt mit offenen Armen empfängt.

Tja, ich würde sagen, das sieht nach einer Patt-Situation aus. Denn, so lange sich genügend bereitwillige Ausbeutungsopfer finden, die wohlwollend ihre Dienste ohne angemessene Rückvergütung zur Verfügung stellen, so lange werden sich meiner eins natürlich schwer tun; denn ich kann, trotz überschäumender Motivation, Leistungsbereitschaft und Einsatzwille, nicht auf die finanzielle Aufwandsentschädigung verzichten, die, seien wir uns ehrlich, jedem arbeitenden Menschen eigentlich zusteht.

Die Superomis

Aus aktuellen Erhebungen der britischen Regulierungsbehörde Ofcom geht hervor, dass das Internet sich immer mehr zu einem Frauenmedium entwickelt. Und damit nicht genug: Über 65-Jährige scheinen von dem Angebot des Internets magisch angezogen zu werden. Shoppen, Telefonieren, Radiohören, Surfen und Telefonieren via Internet ist für die sogenannten Silver-Surfer in Großbritannien längst kein Fremdwort mehr.

Nicht nur im englischsprachigen Raum scheinen ältere Frauen sich für die Vorteile des Internets zu interessieren. In Deutschland beispielsweise haben 51 Prozent der Frauen mittlere bis sehr gute PC-Kenntnisse. Da fällt mir doch spontan meine Oma ein. Sie ist 75 Jahre alt und bekam zu ihrer goldenen Hochzeit ihre eigene Homepage von der Familie geschenkt.
Siehe: www.oma-ilse.de
Seither ist sie, was die Technik betrifft, besser ausgerüstet als ich: Mac, Web cam, Scanner, Drucker, Fax und High Speed Internetanschluss in einem 200 Seelendorf....
Nach einer kurzen Einweisung in die Materie und wie man mit den einzelnen Programmen umgeht, ist sie nurmehr damit beschäftigt ihren Enkelkindern Emails zu verschicken.

Rund um die Uhr läuft bei ihr der PC, so dass mein Opa manchmal schon genervt ist, wenn das Essen nicht um 12 Uhr auf dem Tisch steht.

Donnerstag, 23. August 2007

Nachtrag zu "Ohne Medien? Nein danke!"

Sieh an, sieh an! Der Skype-Ausfall von vor einigen Tagen dürfte ganz schön Bewegung in die Medien- und Kommunikationsbranche, vor allem auf dem technischen Sektor, gebracht haben.
Kaum fällt einmal das System aus, gibt es schon hundertfach neue Möglichkeiten auszuweichen. Allerdings nicht auf die guten alten Medien (wie gestern mit Appellcharakter festgehalten), sondern auf noch neuere, im ersten Moment sicherere Kommunikationswege im Internet.
Die ORF online - Sparte "Futurezone" stellte heute Morgen aus aktuellem, Skype-bedingtem Anlass eine noch modernere Möglichkeit vor über das Internet zu telefonieren / kommunizieren: Das VoIP-Telefon - eine eigentlich nicht mehr ganz so neue, aber unentdeckte weitere Version des Telefons.
In seinem euphorischen Artikel zu dieser Kommunikationsoption wirft der Autor mit Fachausdrücken wie SIP (Session Initiation Protocol - ach, dann ist ja alles klar!), IETF (Internet Engineering Task Force - sowieso, wer weiß das nicht?!) und anderen kryptischen Abkürzungen um sich.

Aber dabei ist es doch so einfach! Sehen Sie, alles, was Sie tun müssen, ist das Folgende:
Zuerst kaufen Sie sich einen dieser schicken VoIP-Telefonapparate. Hey, die gibt's schon für unter 100 Euro! Ein Schnäppchen, sozusagen. Anschließend können Sie das Telefon ganz easy über den Webbrowser konfigurieren. Ganz wichtig ist jedoch, dass Sie auch eine entsprechend schnelle Internetverbindung haben, sonst geht da nicht wirklich was! Und dann kann man zwischen einer unzählbaren Menge an Providern aussuchen. Also, das muss man sich so vorstellen: Man hat eine Unzahl an Providern zur Verfügung und wählt einen, über den man telefonieren will. Wenn der mal einen Systemeinsturz hat (so wie dieses Skype - ein nutzloses ... wie war das? ... proprietäres System - letzte Woche), dann nimmt man eben einfach einen anderen Provider. Und wie schon gesagt: Headset und PC braucht man auch eigentlich nicht, weil man ja so ein VoIP-Telefon als eigenständiges Gerät erstehen kann...

Alles klar soweit?

Und nun eine Frage an die Macher des tollen Hyperfunktions-Neumoden-VoIP-Apparates:
Wo ist denn nun der Unterschied zu dem, was Herr Bell schon 1876 in seiner primitivsten Form verwenden durfte ... dem ganz gewöhnlichen, herkömmlichen Telefon (...außer, dass man nicht über die Telekom, sondern über das Internet, aber ebenfalls kostenpflichtig, telefoniert...)?


Sehen Sie?


Ich persönlich bleibe also bei: Back to the roots... im Falle dessen, dass das neumodische Zeug mal nicht will!